Pilates-Übungen – Wie du mit einfachen Bewegungen startest und dich sicher steigerst
03. Juli 2026

Wenn dein Körper mehr Stabilität braucht
Pilates sieht oft ruhig und kontrolliert aus. Keine schnellen Sprünge, keine schweren Gewichte, kein lautes Auspowern. Und trotzdem merken viele schon nach wenigen Minuten: Diese kleinen Bewegungen haben es in sich.
Vielleicht möchtest du deinen Rücken stärken, deine Haltung verbessern oder deine Körpermitte kräftigen. Vielleicht suchst du ein Training, das sanft wirkt, aber trotzdem effektiv ist. Genau dafür ist Pilates besonders geeignet. Es verbindet Kraft, Beweglichkeit, Atmung und Körperkontrolle.
Das Schöne ist: Du musst nicht sportlich sein, um mit Pilates anzufangen. Viele Übungen lassen sich einfach anpassen. Gleichzeitig kann Pilates mit zunehmender Erfahrung sehr herausfordernd werden – besonders dann, wenn Bewegungen langsamer, präziser und kontrollierter ausgeführt werden.
Was Pilates so besonders macht
Pilates ist ein ganzheitliches Training, bei dem vor allem die tiefliegende Muskulatur gestärkt wird. Besonders wichtig ist dabei die Körpermitte, also Bauch, Rücken, Beckenboden und tiefe Rumpfmuskulatur. Diese Muskeln stabilisieren deine Wirbelsäule und helfen dir, dich aufrechter, kontrollierter und sicherer zu bewegen.
Im Pilates geht es nicht darum, möglichst viele Wiederholungen zu schaffen. Viel wichtiger sind Qualität, Kontrolle und Atmung. Jede Bewegung soll bewusst ausgeführt werden. Dadurch lernst du, deinen Körper besser wahrzunehmen und Bewegungen sauberer zu steuern.
Typisch für Pilates sind:
- ruhige, kontrollierte Bewegungen
- bewusste Atmung
- Aktivierung der Körpermitte
- Verbesserung der Haltung
- Kräftigung von Bauch, Rücken und Becken
- mehr Beweglichkeit
- bessere Körperwahrnehmung
- sanfte, aber wirkungsvolle Trainingsreize
- langsamer Aufbau statt Überforderung
Gerade für Einsteiger:innen ist Pilates deshalb gut geeignet. Gleichzeitig bleibt es auch für Fortgeschrittene spannend, weil kleine technische Details eine Übung deutlich intensiver machen können.
Warum einfache Übungen oft die wichtigsten sind
Viele möchten beim Training schnell zu den schwierigen Übungen kommen. Das ist verständlich, aber bei Pilates lohnt sich Geduld besonders. Die einfachen Übungen bilden die Grundlage für alles Weitere.
Wenn du lernst, deine Körpermitte bewusst zu aktivieren, ruhig zu atmen und Becken, Rücken und Schultern kontrolliert zu bewegen, wird dein Training sicherer und wirksamer. Ohne diese Basis können fortgeschrittene Übungen schnell zu Ausweichbewegungen führen.
Die einfachsten Pilates-Übungen für den Einstieg

Diese Übungen eignen sich besonders gut, wenn du neu mit Pilates beginnst oder deinen Körper sanft aktivieren möchtest. Achte darauf, langsam zu arbeiten und nicht in die Bewegung hineinzufallen. Qualität ist wichtiger als Tempo.
1. Beckenkippen im Liegen
Lege dich auf den Rücken und stelle die Füße hüftbreit auf. Die Arme liegen entspannt neben dem Körper. Atme ruhig ein. Beim Ausatmen kippst du dein Becken leicht nach hinten, sodass der untere Rücken sanft Richtung Matte sinkt. Beim Einatmen löst du die Bewegung wieder und kommst in eine neutrale Position zurück.
Wirkung: Diese Übung mobilisiert die Lendenwirbelsäule, verbessert die Wahrnehmung für Becken und Rücken und bereitet die Körpermitte auf weitere Pilates-Übungen vor.
2. Brustkorb-Atmung
Setze dich aufrecht hin oder lege dich bequem auf den Rücken. Lege die Hände seitlich an deine Rippen. Atme durch die Nase ein und spüre, wie sich dein Brustkorb seitlich weitet. Beim Ausatmen lässt du die Rippen wieder sanft sinken und aktivierst leicht deine Bauchmuskulatur.
Wirkung: Unterstützt die bewusste Atmung, aktiviert sanft die tiefe Körpermitte und hilft dir, ruhiger und kontrollierter zu trainieren.
3. Toe Taps
Lege dich auf den Rücken und hebe die Beine nacheinander an, sodass Knie und Hüfte ungefähr im rechten Winkel stehen. Halte den Rücken stabil. Senke nun einen Fuß langsam Richtung Boden, tippe leicht auf und führe das Bein wieder zurück. Dann wechselst du die Seite.
Wirkung: Kräftigt die tiefe Bauchmuskulatur und trainiert die Kontrolle der Körpermitte, ohne den Rücken stark zu belasten.
Worauf du bei einfachen Übungen achten solltest
Auch einfache Pilates-Übungen können falsch ausgeführt werden, wenn du zu schnell arbeitest oder die Körpermitte nicht aktivierst. Deshalb ist es wichtig, nicht nur die Bewegung selbst zu machen, sondern sie bewusst zu spüren.
Hilfreiche Grundregeln sind:
- langsam und kontrolliert bewegen
- ruhig weiteratmen
- Schultern locker lassen
- den Bauch anspannen
- nicht ins Hohlkreuz fallen
- Becken stabil halten
- Pausen machen, wenn die Technik nachlässt
Warum Pilates mit der Zeit anspruchsvoller wird

Pilates wird nicht nur dadurch schwieriger, dass du größere Bewegungen machst. Häufig entsteht die Herausforderung durch Kontrolle. Eine Übung wird intensiver, wenn du sie langsamer ausführst, den Rumpf stabil hältst, die Atmung bewusst einsetzt oder Arme und Beine gleichzeitig koordinierst.
Fortgeschrittene Pilates-Übungen verlangen oft mehr Kraft in der Körpermitte, bessere Balance, mehr Beweglichkeit und eine saubere Technik. Besonders herausfordernd wird es, wenn der Körper gegen Schwerkraft stabil bleiben muss oder mehrere Muskelgruppen gleichzeitig arbeiten.
Das bedeutet aber auch: Du solltest schwierige Übungen erst dann einbauen, wenn du die Grundlagen sicher beherrschst. Ein stabiler Aufbau schützt vor Überforderung und hilft dir, langfristig Freude am Training zu behalten.
Die herausforderndsten Pilates-Übungen
Diese Übungen sind anspruchsvoller und eignen sich eher, wenn du bereits Erfahrung mit Pilates hast. Führe sie nur aus, wenn du dich sicher fühlst und keine Schmerzen hast. Bei Rücken-, Nacken-, Schulter- oder Beckenbodenbeschwerden solltest du vorsichtig sein und gegebenenfalls fachlichen Rat einholen.
1. The Hundred
Lege dich auf den Rücken. Hebe Kopf, Schultern und Beine an. Die Arme schweben neben dem Körper und pumpen klein auf und ab. Dabei atmest du kontrolliert ein und aus. Die Körpermitte bleibt aktiv, der Nacken möglichst lang.
Wirkung: Kräftigt die Bauchmuskulatur, fordert Atmung und Ausdauer und trainiert die Kontrolle der Körpermitte.
2. Roll Up
Lege dich ausgestreckt auf den Rücken, die Arme zeigen nach hinten oder zur Decke. Rolle dich langsam Wirbel für Wirbel nach oben, bis du in eine sitzende Vorbeuge kommst. Anschließend rollst du ebenso kontrolliert wieder zurück auf die Matte.
Wirkung: Stärkt die Bauchmuskulatur, mobilisiert die Wirbelsäule und fordert sehr viel Kontrolle. Besonders anspruchsvoll ist die langsame, gleichmäßige Bewegung ohne Schwung.
3. Teaser
Setze dich auf die Matte und hebe die Beine angewinkelt oder gestreckt an. Der Oberkörper richtet sich auf, sodass dein Körper eine V-Form bildet. Die Arme zeigen nach vorne. Halte die Position stabil und atme ruhig weiter.
Wirkung: Eine der bekanntesten fortgeschrittenen Pilates-Übungen. Sie kräftigt die tiefe Bauchmuskulatur, fordert Balance, Körperspannung und Koordination.
Einfach oder schwer: Die Technik entscheidet
Ob eine Pilates-Übung leicht oder schwer ist, hängt nicht nur vom Namen der Übung ab. Die gleiche Bewegung kann sehr einfach oder sehr anspruchsvoll sein – je nachdem, wie du sie ausführst.
Ein Toe Tap kann leicht wirken, aber intensiv werden, wenn du den Rücken stabil hältst und langsam arbeitest. Eine Bridge kann sanft mobilisieren oder kräftig fordern, wenn du ein Bein anhebst. Eine Plank kann stabilisieren oder überfordern, je nachdem, wie gut du deine Körpermitte hältst.
Deshalb ist Pilates kein Training, bei dem du möglichst schnell zur schwierigsten Variante springen musst. Viel wichtiger ist, dass du lernst, deinen Körper präzise zu steuern.
Pilates stärkt dich von innen nach außen
Pilates ist sanft, aber nicht beliebig. Es kann dir helfen, deine Körpermitte zu kräftigen, deine Haltung zu verbessern und Bewegungen bewusster auszuführen. Gerade die einfachen Übungen sind wertvoll, weil sie dir eine sichere Grundlage geben. Die herausfordernden Übungen zeigen dir, wie viel Kraft, Balance und Kontrolle in Pilates stecken können.
Du musst nicht sofort alles können. Entscheidend ist, dass du sauber startest, regelmäßig übst und deinem Körper Zeit gibst. So wird Pilates nicht zu einem weiteren Leistungsdruck, sondern zu einer stärkenden Routine für mehr Stabilität, Beweglichkeit und Körpergefühl.
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